Absaugung an Werkzeugmaschinen

Ostrožská Nová Ves / Tschechische Republik

Zu den bedeutenden Zulieferern der Automobilindustrie zählt die Firma KOVOVÝROBA HOFFMANN, s.r.o. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Ostrožská Nová Ves, unweit unserer Produktionsstätte in Boršice.

Unsere Aufgabe bestand darin, eine der größten Doppelspindel-Bearbeitungsmaschinen des Herstellers TRIMILL, Modell VF 11035, zu entstauben, bei deren Betrieb trockener, explosiver Staub entsteht. Unsere Lieferung umfasste die komplette Konzeption der Absaugung einschließlich der Absaugvorrichtungen, die in der Maschine nicht enthalten waren.

Die Größe des Arbeitstisches der Werkzeugmaschine beträgt fast 12 m. Dieser Bereich ist mit einer Abzugsplane abgedeckt. Angesichts der Größe der Arbeitskabine und der Art der Absaugung (eine Absaugung an der Spindel wurde vom Maschinenhersteller weder angeboten noch gefordert) haben wir die Absaugleistung auf Q = ± 30.000 m³/h festgelegt. Für die rechte und linke Seite des Arbeitstisches haben wir Absaughauben mit Schlitzabsaugung entworfen. Bei der Planung war es wichtig, so nah wie möglich an den Arbeitstisch heranzukommen, ohne jedoch mit der Spindel der Maschine oder dem zu bearbeitenden Werkstück zu kollidieren.

Der Arbeitsbereich der Maschine kann durch eine Trennwand in zwei Hälften unterteilt werden, und jede Spindel kann unabhängig voneinander arbeiten. Daran haben wir auch die Konstruktion der Absaugung und das Steuerungssystem angepasst. Beide Arbeitsbereiche des Tisches sowie jede ihrer Seiten verfügen über eine eigene automatische Klappe, die das System je nach Art und Position der Bearbeitung öffnet oder schließt. Die Steuerung der Absaugleistung erfolgt über einen Frequenzumrichter in Verbindung mit einer Steuereinheit, die die entsprechenden Signale verarbeitet. Dadurch wird eine effiziente Verteilung der Absaugleistung und eine Einsparung von elektrischer Energie erreicht.

Die Absaugvorrichtungen sind durch eine Absaugleitung miteinander verbunden, die weiter in die zentrale Filteranlage unserer Produktion, CARM GH, führt. Die Anlage regeneriert (reinigt) die Filterelemente automatisch mittels eines Druckluft-Gegenstromverfahrens. Die Lebensdauer der Filterelemente (Beutel) garantieren wir, wie bei allen vergleichbaren Anwendungen, auf mindestens 18.000 – 20.000 Betriebsstunden.

Zu den bearbeiteten Materialien gehört auch Textit, das zusammen mit Luft eine explosive Atmosphäre bildet. Zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften entspricht die Konstruktion der Anlage der ATEX-Richtlinie – Überdruckmembranen, verstärkte Gehäuseausführung, antistatisches Filtermedium usw.

Aufgrund der Beschaffenheit des abgesaugten Staubs und der potenziellen Brandgefahr ist die Filteranlage mit einem automatischen Löschsystem ausgestattet. Bei einem Temperaturanstieg in der Filteranlage schließt das System die Ein- und Auslassklappen und leitet Löschmittel in die Filteranlage.

Das System arbeitet im Sommer- und Winterbetrieb, wobei in den Sommermonaten die gefilterte Luft ins Freie geblasen und in den Wintermonaten zurück in den Hallenraum geleitet werden kann. Dieses System führt zu erheblichen Einsparungen bei den Heizkosten.

Den Entwurf der Absaugvorrichtungen und die Durchführungen in der Maschinenverkleidung haben wir vor Produktionsbeginn mit den Firmen TRIMILL und KOVOVÝROBA HOFFMANN abgestimmt. Die Montage der Absauganlage erfolgte parallel zur Montage der Bearbeitungsmaschine. Auch die Inbetriebnahme und die Übergabe fanden gemeinsam statt.

Weitere Einblicke in die installierte Anlage finden Sie auf den beigefügten Fotos.

Ing. David Tříska